Schnellender Finger
Was ist der schnellende Finger?
Der schnellende Finger, medizinisch als Tendovaginitis stenosans bezeichnet, ist eine häufige Erkrankung der Beugesehnen der Hand. Dabei kommt es zu einer Einengung der Sehnenscheide, durch die die Beugesehne nicht mehr reibungslos gleiten kann. Der betroffene Finger lässt sich nur noch ruckartig – mit einem charakteristischen Schnappen – strecken oder bleibt in gebeugter Stellung blockiert. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine aktive Streckung ohne fremde Hilfe nicht mehr möglich.
Ursachen und Symptome
Ursache ist meist eine chronische Reizung und Verdickung der Sehnenscheide, häufig bedingt durch repetitive Handbewegungen, anhaltenden Druck auf die Handfläche oder entzündliche Grunderkrankungen wie Rheuma oder Diabetes. Betroffen sein kann im Prinzip jeder Finger, am häufigsten jedoch Daumen, Ring- und Mittelfinger. Typische Symptome sind Schmerzen an der Fingerbasis, ein spürbarer Knoten in der Handfläche sowie das namensgebende Schnappen beim Bewegen des Fingers.
Behandlung
Im frühen Stadium kann eine Kortison-Infiltration in die Sehnenscheide die Entzündung reduzieren und die Beschwerden deutlich lindern. Bleibt der Erfolg aus oder liegt bereits eine ausgeprägte Blockierung vor, ist ein kleiner operativer Eingriff die zuverlässigste Lösung. Dabei wird die einengende Sehnenscheide unter örtlicher Betäubung gezielt gespalten, sodass die Sehne wieder ungehindert gleiten kann. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.
Nachsorge und Prognose
Die Heilung verläuft in der Regel komplikationslos. Die volle Beweglichkeit des Fingers ist meist innerhalb weniger Wochen wiederhergestellt. Gezielte Bewegungsübungen unterstützen die Rehabilitation und beugen einem erneuten Auftreten vor. Die Prognose nach operativer Behandlung ist ausgezeichnet – Rückfälle sind selten.
Zusammenfassung
- Einengung der Sehnenscheide mit charakteristischem Schnappen beim Strecken
- Häufig betroffen: Daumen, Ring- und Mittelfinger
- Kortison-Infiltration als konservative Erstbehandlung
- Ambulante Operation unter örtlicher Betäubung bei ausgeprägtem Befund
- Ausgezeichnete Prognose, volle Beweglichkeit meist in wenigen Wochen