Wann wird ein Muttermal zum Risiko?

Muttermale sind in den meisten Fällen völlig harmlose Pigmentansammlungen der Haut. Durch intensive Sonnenbelastung, Solariumnutzung oder genetische Veranlagung kann sich das Risiko jedoch erhöhen, dass aus einem harmlosen Pigmentfleck ein bösartiges Melanom entsteht. Die gute Nachricht: Wer seine Muttermale regelmäßig beobachtet und bei Veränderungen frühzeitig handelt, hat sehr gute Chancen auf eine vollständige Heilung.

Worauf man achten sollte

Zur Beurteilung eines Muttermals haben sich drei Kriterien bewährt: Farbe, Form und Wachstum. Bei der Farbe ist weniger die Dunkelheit entscheidend als die Gleichmäßigkeit – Muttermale mit schwarzen, blauen oder roten Arealen nebeneinander sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei der Form gilt: glatt begrenzte, gleichmäßige Flecken sind in der Regel unverdächtig, während unscharfe Ränder, fingerförmige Ausläufer oder zackige Begrenzungen auf Aktivität hinweisen können. Das wichtigste Kriterium ist das Wachstum – jeder Fleck, der sichtbar größer wird, sollte umgehend einem Arzt gezeigt werden.

Früherkennung rettet Leben

Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass das chirurgische Entfernen eines Muttermals dieses bösartig werden lassen kann. Das ist medizinisch falsch. Entweder handelt es sich bereits um ein Melanom – dann ist die frühzeitige Entfernung und histologische Untersuchung im wahrsten Sinne lebensrettend – oder das Muttermal ist harmlos und bleibt es auch nach der Entnahme. Im Zweifelsfall gilt: Einmal zu oft zur Kontrolle ist deutlich besser als einmal zu wenig.

Operative Entfernung und Gewebeuntersuchung

Auffällige Muttermale werden chirurgisch entfernt und anschließend feingeweblich untersucht. Der Eingriff ist klein, erfolgt unter örtlicher Betäubung und hinterlässt je nach Lokalisation eine kaum sichtbare Narbe. Ein frühzeitig erkanntes und vollständig entferntes Melanom hat eine ausgezeichnete Prognose – die Überlebensrate im Frühstadium liegt bei nahezu 100 Prozent.

Zusammenfassung

  • Beurteilung nach Farbe, Form und Wachstum des Muttermals
  • Ungleichmäßige Färbung, unscharfe Ränder oder Wachstum: sofort abklären lassen
  • Entfernung macht ein Muttermal nicht bösartig – ein Irrglaube ohne medizinische Grundlage
  • Frühzeitige Diagnose ist bei Melanomen entscheidend und oft lebensrettend
  • Ambulante Entfernung unter örtlicher Betäubung mit histologischer Untersuchung